Dandy Diner
Artikel
2 Kommentare

Medienhype Restauranteröffnung: Wie 2 Modeblogger alles anders machen!

In den letzten Jahren wurde keine Lokaleröffnung so wenig erwartet, wie die vom Berliner Modeblogger-Duo www.dandydiary.de und dennoch so groß gefeiert. Täglich eröffnen in Deutschland wohl 100 Restaurants, Bars und Kneipen und genau so viele sperren auch wieder zu. Vor diesem Hintergrund ist es aus Kommunikationssicht sehr schwer, für sein eigenes Projekt Aufmerksamkeit zu erlangen. Die braucht es aber, um Gäste außerhalb seines Freundeskreises zu gewinnen und langfristig Gewinn zu schreiben.

Zur Eröffnung des www.dandydiner.de hatten schon große deutsche Tageszeitungen vorab berichtet. Zur Eröffnung kamen ca. 300 Gäste, der österreichische Rapper Yung Hurn steuerte Reime bei und die Berliner Polizei die Sperrstunde. Rund um die Eröffnung gab es einen weiteren Medienhype der rund um den Globus ging. Hier noch die Bilder der Eröffnung.

Dennoch blieben mir drei Fragen in all den Berichten bis heute unbeantwortet:

  • Was gibt es überhaupt zu essen?
  • Und schmeckt das auch?
  • Ist es vielleicht nur ein großer veganer Scherz in der Sendepause von Jan Böhmermann?

Gleich wie die Antworten ausfallen werden, macht es großen Spaß sich die Berichterstattung rund um die Eröffnung näher anzusehen und sich 13 Gedanken zu machen:

  1. Tu nicht so, als würdest du ein Diner eröffnen. Sieh es als hippen Modeladen.
  2. Bekanntheit kommt nicht mit der Eröffnung. Sie beginnt viel früher. Und wenn es nur die eigene Facebook Fanpage ist.
  3. Provokation ist toll. Denke in Tischen mit 11 Sitzplätzen und nenne es das letzte Abendmahl. Halte lebende Schweine.
  4. Vereinfachung ist die wahre Komplexität. Essen mit all seinen Bio-Siegeln und Intoleranzen ist ein derartiges Politikum geworden, dass man nur verlieren kann.
  5. Essen ist die neue Party. Ja, noch immer. Und Party ist weiterhin eine Party. Vor allem wenn 1.000 Gäste vor deiner Türe warten, weil du eine Einladung auf Facebook eingestellt hast.
  6. Denke in Superlativen – und wenn es 1.000 Wartende vor der Türe sind. Dann berichtet der Boulevard.
  7. Triff ein Bedürfnis. Wie immer es aussieht.
  8. Nutze die Medien. Deine eigenen Medien (Facebook, Instagram, Blog, etc.) genauso wie die offiziellen Medien. Und beginne früh damit dir Kontakte aufzubauen!
  9. Denke visuell. Videos wirken stärker als Bildet, wirken stärker als Text und Text stärker als keine Inhalte. Zwei Jungs in rosa Outfits, die veganes Essen verkaufen stechen ins Auge.
  10. Erstelle Inhalte, die die Leute gerne teilen. Zitate wie ‚Schlimmer ist nur Bifi Mundgeruch‚ als Erklärung, warum man vegan leben sollte.
  11. Sei eine / zwei Persönlichkeit(en). Die Kunden suchen Bezugspersonen.
  12. Essen spielt keine Rolle. Verkaufe eine Lifestyle und heb dich von dem ganzen Bio-, Superfood- und Slow Food-Diskurs ab.
  13. Sei anders, aber immer du selbst.

Diese 13 Punkte sind nicht dazu gedacht, alle bisherigen klassischen Kommunikationsmaßnahmen ad acta zu legen, sonder eher als Inspiration, was man anders machen kann.

Und insgeheim hoffe ich ja, dass Jürgen Dolasse schon auf den Weg dorthin ist und bald berichtet!

Dandy Diner

109_IHK_Crowdfunding_Night_16_02_2016
Artikel
1 Kommentar

Führ mich zum Crowdfunding!

Das Kreativquartier in München hat eine lange Geschichte und ist einer der wenigen Orte in München, in der Kunst frei blühen kann. Eine wundervolle Bühne für die Food & Crowdfunding Night der IHK München und Oberbayern im Zusammenspiel mit dem Food Entrepreneurs Club, die am 16. Februar im Mucca stattfand.

120 Unternehmer, Jungunternehmer, Gastronomen, Gründer und Interessierten gingen der Frage nach, was Crowdfunding alles bewirken kann. Eine Maßnahme zur Kapitalerhöhung, aber gleichzeitig Marketing-Tool und der mögliche Aufbau einer eigenen Community .

Doch bevor man Crowdfunding verstehen will, muss man zuerst verstehen, was das tolle an Food & Beverage ist. Aktuell hat Deutschland die Liebe zum Genuss entdeckt. Alles dreht sich um die Produktion, Lieferung und Verarbeitung von Lebensmitteln, neue Restaurants, Food Trucks, neue Technologien, Functional Food, den lokalsten Gin und die besten Rezepte von der Großmutter. Und wenn sogar Erotikläden nach Essen benannt werden – www.eis.de – dann haben wir den größten gemeinsamen gesellschaftlichen Nenner gefunden.

Zu welchem Zeitpunkt macht Crowdfunding Sinn? Wie gehe ich es richtig an? Wie aktiviere ich die Crowd? Wo finde ich diese überhaupt und was bringt sie mir? Isabelle alias die Intolerante Isi, die ihren Food-Truck teilweise querfinanziert hat und Hannah, die den ersten verpackungsfreien Supermarkt in München gegründet hat, waren die Hauptredner mit zahlreichen lehrreichen Insights. Wie man hierhier und hier nachlesen kann. Oder bei München.tv sehen kann.

Zum Pitch der Crowdfunding Plattformen traten Startnext, Conda und Place2help. An drei Plattformen, drei Philosophien. Auch bei der Wahl der Kooperationspartner sollte man sich vorab überlegen, welches System zur eigenen Unternehmung passt was und wen man möchte.

Und die Quintessenz des Abends für mich? Crowdfunding muss wohl überlegt sein, wenn es erfolgreich sein soll. Eine Rate von 50 % gescheiterten Projekten zeigt, dass man diesen Weg Ernst nehmen muss. Platt gesagt: Man muss es unbedingt wollen!

Der Food Entrepreneurs Club kommt jetzt übrigens regelmäßig nach München. Wir, das sind Steffi in Berlin, Sabine, Bettina und ich in München, wollen mit der Veranstaltungsreihe Unternehmer, Gastronomen und Gründer mit Wissen und Experten vernetzen. Dabei wollen wir über den Tellerrand schauen, Neugierde entfachen und vorhandenes Wissen nutzen.

024_IHK_Crowdfunding_Night_16_02_2016026_IHK_Crowdfunding_Night_16_02_2016045_IHK_Crowdfunding_Night_16_02_2016009_IHK_Crowdfunding_Night_16_02_2016054_IHK_Crowdfunding_Night_16_02_2016109_IHK_Crowdfunding_Night_16_02_2016168_IHK_Crowdfunding_Night_16_02_2016017_IHK_Crowdfunding_Night_16_02_2016168_IHK_Crowdfunding_Night_16_02_2016Crowdfunding_Isi

Fotocredit: IHK München / Goran Gajanin

2016-02-19 14.22.53
Artikel
1 Kommentar

Auf der Suche nach den Finest Spirits 2016!

Die www.Finest-Spirits.com Messe gastiert dieses Wochenende wieder in München. Nach meinem gestrigen Besuch, sitzen die Gedanken wieder locker an der Bar zusammen und besprechen folgende Punkte:

  • Wodka ist das Leitmotiv der Messe. Verstehe wer will, da weder die großen Player gerade auf Wodka (auf der Messe) setzen noch die Craft-Szene neu ist.
  • Whisky macht eindeutig mehr Spaß!! Von Bayern über die Schweiz bis nach Schottland & die USA. Hier sind auch die neuen NAS-Whiskys spannend. Produkte ohne Altersangabe, die früher, kostengünstiger und unaufgeregter zum Whiskytrinken einladen sollen. Beispielsweise der Oban Little Bay.
  • Gebt den kleinen Produzenten wie www.vodrock.com , Affengeil, Weissbrand (Ein Brand auf Basis von Riesling mit xy Kräutern von allen Kontinenten infusioniert) oder Feel Gin das Kommando. Trinkt mehr von klein auf. Wer weiß, wer in 10 Jahren noch am Markt ist!
  • Mikes Whiskeystand. Für die Bourbon unter uns. Ein Original das München besonders macht!
  • Obstbrände vermisste im Vergleich zu 2015 ich sehr. Jeder redet sie gerade groß.
  • Finest Spirits ist, wenn der Tölzer Käseladen neben den exklusiven Spirituosen der World Class steht.
  • Ich wiederhole mich gerne nach mehr Lokalcholorit. München hat so viel zu bieten, dass man entweder eine Finest Spirits Edition München oder einen separaten Bereich im Hauptprogramm einrichten könnte.
  • Trinkt mehr gute Spirituosen!

Meine Finest Spirits 2016: Oban Little Bay, Glenmorangie Milsean, Weissbrand, Affengeil. (Anmerkung der Redaktion: Es wurden nicht einmal ein Prozent der möglichen Spirituosen verkostet.)

2016-02-19 17.16.17 2016-02-19 17.15.54 2016-02-19 17.10.22 2016-02-19 17.03.48 2016-02-19 14.22.53 2016-02-19 17.03.44 2016-02-19 15.08.03 2016-02-19 15.04.31 2016-02-19 15.02.10 2016-02-19 14.58.47 2016-02-19 14.49.00 2016-02-19 14.43.07

crowdfunding
Artikel
3 Kommentare

Crowdfunding als PR-Tool – 11 Punkte für die Schlagzeilen

Crowdfunding bedeutet die Massen abseits der eigenen Familie und Freunde für seine Unternehmung und eine Finanzierung zu begeistern. Sich für ein Crowdfunding zu entscheiden bedeutet einen großen Schritt nach außen, der geplant und vorbereitet werden muss. Vor allem im Bereich Food und Beverage hat sich Crowdfunding in 2015 zu einem beliebten Tool für den nächsten Schritt entwickelt – mit nicht immer mit positivem Ausgang.

Ca. 50 Prozent der Projekte scheitern im Sinne von, das Crowdfunding hat nicht geklappt. Aber der Marketingeffekt ist trotzdem da, und darum geht es.*

  • Reichweite in klassischen und sozialen Medien
  • Bevorzugung gegenüber anderen Marken / Mitbewerbern
  • die Fans und Unterstützer als Botschafter

Die Macht der Kommunikation darf beim Crowdfunding aber nicht unterschätzt werden – weder in der Optimierung der Reichweite, noch bei der Einschätzung des Arbeits- und Budgetaufwands.

Erfolgsfaktoren für Kampagnen sind Authentizität und Transparenz.*

So sehr auch die Produkte, Unternehmen und Ideen divergieren, so ähnlich sind die Optionen bei der Aktivierung um den erwünschten Erfolg einzufahren. Um erfolgreich seinen Crowdfunding-Prozess umsetzen, sehe ich 11 wichtige Punkte in der Planung und Umsetzung:

1/ Den Kopf für Geschichten, Bilder und Wege freimachen.

Eine gute Geschichte – aber auch die schlechten – bleibt besser in der Erinnerung haften, als eine Zahlenwüste, flache Leistungspropaganda oder Versprechungen. Folglich gilt es die eigene Story zu erzählen, die Protagonisten vorzustellen, einen Plot zu erstellen und den Weg aufzuzeigen. Ein wenig wie bei den The hatefull 8 von Tarantino. Sollte die Geschichte austauschbar sein – à la nach einer durchzechten Nacht, dachten wir, dass es an der Zeit sei – dann kann man sich auf folgende drei Punkte stürzen: die besondere Mission, festen Werte und eine einzigartige Erfahrung die von der Unternehmung ausgeht.

2/ Sprich die richtigen Zielgruppen an!

Selbsterklärend. In der Kommunikation sollte man aber auch Journalisten, Blogger und Vlogger berücksichtigen.

3/ Nicht auf jeder Party tanzen! Vor allem nicht auf denen, auf denen schon alle anderen sind.

Die Auswahl der Kommunikationskanäle (Facebook, Twitter, Blog, Pinterest, etc.) steht meist schon vor dem Crowdfunding fest. Wichtig bei der Kommunikation ist aber der richtige Medienmix (Impulsvortrag Storytelling), die Auswahl von Kanälen, die nicht alle benutzen (schönes Beispiel für eine Aktivierung via Whatsapp von Just Spices) und die kontinuierliche Aktivierung.

4/ Money makes the world go around!

So traurig, so wahr. Budget einplanen für die eigenen Kanäle und die Aktivierung durch Werbung sowie für Blogger-Relations und den Aufbau der eigenen Fanbase. Die wenigsten Blogger gibt es umsonst. Auch Pressearbeit (Pressemappe, USP-Sticks, Pressereisen, etc.) kosten Geld.

5/ Mundpropaganda

Ein wunderbarer Begriff aus einer Zeit, in der Sean Connery noch James Bond war. Aber auch in Zeiten von Daniel Craig ist Mundpropaganda noch immer die erfolgreichste Propaganda. Auch wenn heute lieber Videos, Bilder und Blogposts geliked, geherzt und geteilt werden.

crowdfunding

Crowdfunding zum Jubilieren.

 

6/ Welches Format hast du?

Die Aufbereitung der eigenen Story sollte wohl überlegt und an die Zielgruppen angepasst sein. Journalisten erwarten die Infos in einem Dokument aufbereitet und benötigen professionelle Bilder, Blogger nicht. Videos erreichen aktuell die höchsten Reichweiten – vor allem, wenn diese kurz und knackig sind. Sperrige Inhalte sind besser in Blogposts aufgehoben. Gifs sind allgegenwärtig. Eine multimediale Aufbereitung hat beispielsweise Gin Sul aus Hamburg für die Limited Edition Cruzeiro do Sul gewählt.

7/ lol

Gelungene Kommunikation weckt Emotionen und Bedürfnisse. Punkt.

8/ Sei vorbereitet!

Planung ist der erste Schritt zum Erfolg.

9/ Timing

Die Kampagne beginnt lange vor der Kampagne. Magazine haben bis zu drei Monaten Vorlaufzeit, Journalisten sind oft schwer erreichbar und Blogger bekommen gerne 50 Anfragen pro Tag. Soll das Unternehmen und die Kampagne also zeitgerecht in der Wirtschaftswoche, bei Essen & Trinken oder dem OK Magazin erscheinen, muss dementsprechend lange vorab die Ansprache beginnen. Und vor allem ein Punkt ist beim Aufbau eines Netzwerks wichtig: der persönliche Kontakt. Und der braucht Zeit.

10/ Persönlichkeit

Mitgründer brauchen Identifikationsfiguren, Journalisten Gründerpersönlichkeiten. Nicht jeder ist ein Jamie Oliver, Alfons Schuhbeck oder Action Bronson. Man kann sich aber einiges abschauen.

11/ Schaffe Erlebnisse

Essen und Trinken muss verkostet werden. Auf Messen, bei Events, Straßenfesten, Pop-Up Restaurants, etc.

Es ist, was man draus macht. Es sind ganz normale Kommunikationsmaßnahmen rund um die Kampagne. Also klassische Presse, falls dort die Zielgruppe ist. Social Media auf jeden Fall. Videos unbedingt!! Storytellinng Galore! Events, etc. Man muss schon vorab damit anfangen, eine Community zu bilden, Unterstützer zu finden.*

Dazu ein Programmhinweis in eigener Sache: Der Food Entrepreneurs Club aus Berlin soll unter anderem mit meiner Hilfe in München heimisch werden. Der Auftakt erfolgt im Zusammenspiel mit der IHK für München und Oberbayern am 16. Februar 2016 zum Thema … Crowdfunding. Alle Details findet ihr unter Eventlink.

 *Die Zitate stammen aus einem Gespräch mit einem, der es wissen muss: Markus Sauerhammer, Head of Cooperations bei www.startnext.com.

Markus Sauerhammer

Markus Sauerhammer

Artikel
0 Kommentare

I don’t drink milk.

Er trinkt mit Sicherheit keine Milch mehr. Die finnische Milchmarke Valio hatte den Rock-Gott Lemmy Kilmister als Werbetestimonial zu dem Zeitpunkt als dieser verstarb. Und veröffentlichte zu seinen Ehren einen letzten Spot, der leicht vom Drehbuch abweicht. Und das ist gut so. Milch braucht mehr Augenzwinkern.

Wie es auch die Apothekenumschau – auf umstrittene – Art und Weise geschafft hat.

Lemmy_AU

Ob es Lemmy freut, für so viele gesunde Inspiration herzuhalten? Keine Ahnung, wahrscheinlich ist es ihm weiterhin / nicht mehr egal.

49989012c5
Artikel
0 Kommentare

Das Smoothei revolutioniert dein Verständnis von Ei

Eier sind in unserer Nahrung genauso alltäglich wie das Salz, das wir gerne darüber streuen. Dennoch schenken wir den Eiern oft kaum Bedeutung. Dies liegt in einem geringen Newswert begründet, der einmalige Feierlichkeit von Ostern und dass kaum ein Mensch den Unterschied zwischen Boden- und Freilandhaltung erklären kann und alles sowieso immer eine Preisfrage ist.

Toni’s Freilandeier hatte seinen Stand gegenüber meinem Tätigkeitsfeld auf der Foodmesse www.anuga.de aufgebaut und alle kundigen Menschen sprachen davon, dass es dort eine schmeckenswerte Neuheit gebe. Aus meiner österreichischen Heimat, was die Angelegenheit noch interessanter machte.

Das steirische Unternehmen hat in jahrelanger Entwicklungsarbeit einen Smoothie auf Eibasis entwickelt – ein Novum über das ich mich mit Verkaufsleiter Alois Hager unterhalten habe.

Seit wann gibt es Toni‘s Freilandeier?

Tonis ist seit nun 28 Jahren am Österreichischen Markt präsent. Unser erster Artikel war allerdings das Schafmilchjoghurt und nicht die Freilandeier. Diese folgten drei Jahre später.

Wie verkauft man traditionell Eier und was macht Toni‘s anders?

Eierkauf ist stets Vertrauenssache, da das wichtigste Kaufkriterium (laut Nielsen) das Tierwohl am Produkt nicht wahrnehmbar ist. Zum einen verwenden wir die in Europa höchsten Tierwohlstandards (nach Tiergerechtheitsindex von Prof. Bartussek) und zum anderen stehen wir für größtmögliche Transparenz. So ist unseren Eierpackungen ein Bauernbeilagezettel beigepackt, auf dem der bäuerliche Betrieb vorgestellt wird. Hier sind wir auch beim Kernelement unseres Konzeptes: Unsere Eier stammen von insgesamt 140 kleinen bäuerlichen Betrieben mit im Durchschnitt nur 1500 Hühner. Der durchschnittliche Betrieb in Deutschland hält 32000 Hühner. Wer aber weiß, dass für eine artgerechte Haltung die Kleinheit der Herde das wichtigste Kriterium ist, schätzt unsere Eier besonders.

Wie viele Innovationen stammen von Toni’s?

Es ist schwer zu quantifizieren wieviele Innovationen unserem Unternehmen zuzuschreiben sind, da diese bei Eiern auch schwer zu fassen sind. So waren wir die ersten die eine garantierte gentechnikfreie Fütterung umgesetzt haben, waren im der Frage der Herkunft der Soja für die Tiere Vorreiter, und haben uns als einzige in der Branche mit alten Hühnerrassen beschäftigt. Aber auch gegen das leidige Töten der männlichen Eintagsküken haben wir schon vor 3 Jahren mit unserer Initiative Henne&Hahn eine Lösung entwickelt. Wesentliche Innovationen betreffen allerdings das Tierwohl, wo wir mit der Gestaltung des Auslaufs (wir sprechen von Hühnergärten) oder einem neuen Standard zum Monitoring der Hühnergesundheit neue Maßstäbe gesetzt haben. Mit dem Smoothei betreten wir natürlich neues Terrain, da wir hier unser Urprodukt Ei in einer völlig neuen Form unseren Kunden näher bringen wollen.

Wie lange hat die Entwicklung des Smoothei gedauert?

Von der Idee bis zu tatsächlichen Umsetzung hat es insgesamt 10 Jahre gedauert. Es wurden verschiedene Konzepte entwickelt und auch wieder verworfen sowie natürlich auch zahlreiche Kundenbefragungen vorgenommen. Am Ende hat das nun gelaunchte Konzept im Geschmack, Konsistenz und auch der Positionierung überzeugt.

Wieso braucht es ein Produkt wie Smoothei, das nicht nach Ei schmecken soll, um zu erklären, wie wertvoll Eier sind?

Natürlich braucht es dazu nicht ein verarbeitetes Produkt, und es gibt auch internationale Beispiele, dass vor allem Interessensvertretungen sehr gut den gesundheitlichen Wert des Eis zu kommunizieren in der Lage sind. Rein „kommunikationstechnisch“ ist natürlich eine aufmerksamkeitsstarke Verpackung wie beim Smoothei besser geeignet, dem Kunden diese Benefits näher zu bringen. Beim generischen Produkt Ei ist es darüber hinaus für einen einzelnen Anbieter schwieriger, dieses Botschaften zu vermitteln, da er damit auch automatischen den Mitbewerber fördert.

Wie werden die Vorteile / der Nutzen von Eiern kommuniziert?

Wie schaffen Sie Verständnis für dieses neue Produkt? Kernelement der Kommunikation ist die Verpackung, die durch ihr Design und den Text den ernährungsphysiologischen Nutzen des Eis rüber bringt. Natürlich sind uns hier durch die EU-Health-Claims-Verordnung enge Grenzen gesetzt gewesen.

Aus welchen Zutaten setzt sich ein Smoothei zusammen?

Aus Wasser, frische Eier und drei verschiedenen Fruchtzubereitungen (wie sie auch beim Joghurt verwendet werden). Wir benötigen keine Konservierungsstoffe, Farb- oder Aromastoffe.

Welche Zielgruppe soll mit dem Produkt erreicht werden?

Besonders von Vorteil ist der Drink für den gesundheitsbewußten Freizeitsportler, da alles im Smoothei drin ist, was für dessen vollwertige Ernährung wichtig ist. Aber genau diese Eigenschaft macht des Getränk auch zum idealen Snack für Schule und Büro.

Wieviel Eier braucht man, um mit einem komplett neuen Produkt in den Handel zu gehen?

Dies hängt natürlich vom Produkt ab und der Größe des anvisierten Marktes. Mit über 60 Millionen Eiern, die Toni’s vermarktet, sehen wir hier allerdings so schnell keinen Engpass.

Wo kann ich das Smoothei in Deutschland einkaufen?

Wir stehen derzeit ganz am Anfang des Distributionsaufbaus, daher sind wir derzeit nur bei Galeria Kaufhof und Globus Freilassing im Regal.

Smoothei Trio

Smoothei Trio

2015-10-12 14.26.17
Artikel
0 Kommentare

Mit Emils auf der Anuga: Mit Ideen statt Eiern um sich schmeißen!

Ein Tisch, 2 Couchstühle und eine Reminiszenz an die Oma. Das ist der Auftritt von Emils auf der www.anuga.de, einer der weltgrößten Fachmessen für Food & Beverage mit ca. 7.000 Ausstellern in Köln.

2015-10-12 14.26.17

Mit www.emils.com gehe ich schon einen langen Weg. Mit Jens führte ich eines meiner ersten Interviews für mein Blog. Neben den veganen und vegetarischen Dressings der ersten Stunde, haben Jens und Michael die erste vegane Mayo ohne Zusatzstoffe – und davon gibt es reichlich – gerade zur Marktreife geführt.

Mit der Arena of fresh ideas haben die Unternehmen Das Eis, Emils, Foodloose, Frizle, Kulau und Proviant auf der Anuga einen Stand geschaffen, der ihre Unternehmensziele und –vorstellungen auf einen Nenner bringt. Die sechs Unternehmen sorgen für Innovation im Bereich Lebensmittel – teils mit veganen und vegetarischen Alternativen – und mit neuen Verpackungskonzepten. Und insbesondere: die Liebe zur Idee, zum Detail, zur Frische und zur Qualität.

2015-10-12 16.48.35

Auf der Anuga durfte ich wieder zwei Tage Emils begleiten – vom Betrieb am Stand und den unzähligen Gesprächen bis zur Auszeichnung als Biomarke des Jahres der Lebensmittel Praxis. Ein hartes (Messe-)brot mit einem Tupfer Mayo oder Dressing für unzählige Interessenten. Und dazu habe ich mich mit Jens unterhalten:

Wie viele Gespräche führst du pro Tag?

174 plus.

Wie oft wirst du dabei nach der Rezeptur der Mayo gefragt.

Mindestens acht Mal pro Tag. Ich verrate sie aber nicht.

Das Interesse an Emils ist stark. Woher kommen die exotischsten Interessenten?

Heute aus Mauritius.

Habt ihr beim Stand alles richtig gemacht?

Ja, schon sehr. Das nächste Mal geben wir noch mehr Gas.

Wie?

Mit weiteren markigen Sprüchen.

Was bedeutet euch die Auszeichnung als Biomarke des Jahres (dritter Platz der Kategorie LEH)?

Dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Wie lange dauert die Nachbereitung einer großen Messe?

Wohl ein Jahr.

Und wo findet man euch als nächstes?

Bei dir im Kühlschrank und auf der www.biofach.de [Anmerkung: in Nürnberg im Februar 2016].

2015-10-13 14.46.51

Artikel
0 Kommentare

Schatz, hol die Wanderschuhe raus, wir gehen Whisky trinken! Der Säntis Whiskytreck

Gelungene Innivation erkennt man an ihrer Unaufhaltbarkeit. Sie sucht sich ihren Weg und reißt immer mehr Leute mit.

http://www.saentismalt.com ist dafür ein faszinierendes Beispiel. Die Schweizer Brauerei Appenzeller Bier beschließt Whisky zu brennen. Wieso? Die Rohstoffe sind ja schon vorhanden und die Gesetze haben sich geändert*.

Innovative Abfüllungen führen zu einem gewissen Markenimage und die regionale Bindung sorgt für neue Ideen. Die Bergwirte schenken den Whisky aus und wollen mehr. Daraus entsteht der Whiskytreck – ein Zusammenschluß von 27 Bergwirten mit 27 unterschiedlichen Whiskys – für alle Whiskyfreunde und Wanderer. Ein wahrlich genußvoller Gipfelsturm.

Seit diesem Frühjahr hat  der Säntis Whiskytreck geöffnet. Alles zu erwandern und verkosten. Eine sehr schöne, lokale Markenaktivierung!

Dazu habe ich mit Urs Dähler, dem Verantwortlichen für die Spirituosen, unterhalten:

Whisky wird bei der Brauerei Locher erst seit 1999 gebrannt, doch Innovation und zahlreiche neue Produkte spielen bei euch eine große Rolle. Woher kommt der Elan?

Karl Locher’s  Passion ist definitiv das entwickeln und lancieren von neuen Produkten. Seine Innovationskraft sucht wirklich seinesgleichen. Für uns Mitarbeiter ist es jeweils sehr spannend diese umzusetzen.

Wie seit ihr auf die Idee des Whisky Trecks gekommen?

Schneller als gedacht hat sich der Säntis Malt einen Namen gemacht. Und so kam es, dass auch die 27 Appenzeller Berggastwirte den Säntis Malt an ihre Gäste ausschenken wollten. Während sich die meisten damit begnügten, war es wiederum der «Gwonder» (= Neugier) eines Appenzellers, der noch etwas Spezielleres wollte. Sepp Manser, der Wirt des Berggasthauses Meglisalp, hatte sich informiert und so erfahren, dass es immer mal wieder Sonder-Editionen mit Säntis Malt Whisky aus speziellen Fässern gab. Darum fragte er an, ob er nicht so einen einmalig gelagerten Whisky für sein Berggasthaus haben könnte. Bei der Brauerei Locher AG war man schon immer offen für neue Ideen und so kam es, dass das Berggasthaus Meglisalp im Sommer 2012 seinen eigenen und einzigartigen Whisky ausschenken konnte. Und was alles andere als eine Schnapsidee war, wurde zu einem unerwartet grossen Erfolg.

Whisky und Schweizer Berge – wie passt das zusammen?

Tolles Quellwasser aus dem Alpstein, hervorragende Rohstoffe und gesunde Luft im Zusammenhang mit der Innovationskraft der Brauerei Locher ergibt einen noch nie dagewesenen Whisky.

Was kann ich von den 27 Whiskys erwarten? Wie haben sie sich entwickelt?

Da verweise ich gerne auf unserer Homepage und die Degustationsnotizen von Julia Nournay! Da hat es ohne zu übertreiben wirklich absolute Raritäten dabei!

Wie viel Aufwand braucht es für 27 Whiskys und Gasthöfe?

Viel! Aber es war immer ein Vergnügen die Bergwirte in die Welt des Säntis Malt Whisky einzuführen und dieses Projekt mit den unterschiedlichsten Menschen zu lancieren.

Welcher ist dein bevorzugter Gasthof?

Jedes Bergrestaurant hat sein ganz eigenen Charme und ist in jedem Fall einen Besuch wert! Geniessen steht über allem!

Quelle: http://meinwhisky.com/

*)

Hier noch ein Blick in der Historie der Marke:

Im Jahre 1998 stellte sich Karl Locher, Inhaber der Brauerei Locher AG, die Frage, wie man es möglich machen könnte, an die Aromen und Bierextrakte alter Fässer heranzukommen. Solche 60 bis über 120 Jahre alten Bierfässer seiner Vorfahren hatte er nämlich bei einem Umbauprojekt fast schon zufällig wiederentdeckt.

Bei den Bierfässern handelt es sich um alte Eichenholzfässer mit denen das Bier bis Anfang der 70er Jahre in die Gasthäuser transportiert wurde. Das innere der Fässer wurde aus hygienischen Gründen gepicht, mit einer harzartigen Schicht ausgekleidet. Dies geschah auch, damit die Kohlensäure nicht durch die Poren entweichen konnte und das Bier nicht nach Holz schmeckte. Obwohl die Fässer regelmässig nachgepicht wurden, gab es in dieser Harzschicht Risse und so gelangte während Jahrzehnten immer wieder ein wenig Bier in die Holzdauben. Das Wasser verdunstete und im Holz sammelte sich Malzextrakt an. Genau dieses Malzextrakt verleiht dem Säntis Malt Whisky seine besondere Note und gibt uralte Bier-Erinnerungen weiter. Dazu ist das Wechselspiel zwischen Holz und Destillat nötig. Deshalb wurde die Harzschicht entfernt und erst dann das erste Gerstendestillat eingefüllt.

Mit der Aufhebung des Verbots in der Schweiz, aus Gerste Brände herzustellen, begann 1999 die Whiskyproduktion. Säntis war geboren.